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Negawodry

Weblog von Robert John.
Montag, 1. Oktober 2007

Free Burma

Ich habe mich eben dazu entschlossen, ein Free-Burma-Banner einzublenden. Ich finde grandios, was Robert Basic damit auf die Beine stellt. Jetzt wüsste ich nur noch gern, wie die ursprünglichen Meldungen zusammen passen, dass Mönche gegen das Regime wegen erhöhter Benzinpreise demonstrieren, da man in Klöstern doch gewöhnlich zu Fu� unterwegs ist.


Bild: colina-foto

Permalink | 15 Kommentare



Engagement für die volle Meinungsfreiheit
01.10.07 [03.35]
Die Burma-Aktion ist verlogen, denn bis vor wenigen Tagen hat sich niemand für das Land interessiert. (...)

Textteile entfernt, RJ


Re: Engagement für die volle Meinungsfreiheit
01.10.07 [09.39]
Ich finde den Einwand berechtigt. Es gibt genügend Probleme, für die sich Blogger engagieren könnten, es aber meistens unterlassen. In Blogs findet sich unheimlich viel belangloses Zeug. Andererseits kann sich ein Blogger nicht mit allen Problemen befassen. Ihm fehlen als Einzelperson schlicht die Ressourcen.

In Blogs werden die Probleme nacheinander angegangen, nicht alle gleichzeitig :-)

Die Problematik in Burma selbst durchblicke ich nicht. Im Kosovo habe ich ein Jahr gebraucht, um zu wissen, was Sache ist. Robert Basics persönlichen Antrieb für sein Engagement kann man auch hinterfragen. Nachdem er jetzt sein Blog selbst vermarktet und auch ein bisschen Geld damit verdienen will, liegt der Schluss durchaus nahe, dass es ihm erst mal um �ffentlichkeit geht. Genannt hat er für sein Engagement allerdings andere Gründe, die für mich durchaus glaubwürdig sind.

Zum Beispiel diesen hier: "Ich kann mich als Kroate daran erinnern, dass es uns sehr viel bedeutet hat, dass viele Menschen da drau�en zu Zeiten des Krieges 'an uns' gedacht haben. Das alleine hat vielen unglaublich viel Kraft gegeben. Das Gefühl alleine zu sein, zerstört selbst die kleinsten Hoffnungen. Dem können wir beikommen, vielleicht."

Nach all dem würde ich die Burma-Aktion nicht verlogen nennen. An Blogger würde ich auch gern andere Ma�stäbe anlegen als an eine gro�e Zeitung. Da wäre ich bei so einer konstatierten Aktion auch viel skeptischer.

Wie dem auch sei, Roberts Aktion finde ich beeindruckend. Und die nächste gro�e Blogwelle rollt demnächst vielleicht über die Spree ;-)

RJ


No bases
01.10.07 [16.04]
ein Banner für die Schlie�ung aller US Militärstützpunkte fände ich dringender,

http://www.no-bases.org/

zumal hier wir uns an die Ermordung von inzwischen mehr als einer Million Iraker mitschuldig gemacht haben

http://www.freitag.de/2005/41/05410601.php

"...Das in der Debatte um den Irak-Krieg kaum je erwähnte völkerrechtliche Abkommen, das 1992 Eingang in die vom Bundesverteidigungsminister erlassene Zentrale Dienstvorschrift 15/2 gefunden hat, birgt Implikationen, die im Rückblick auf das Jahr 2003 nachgerade atemberaubend erscheinen: Danach hätte sich die Bundesrepublik allenfalls auf der Seite des Opfers - also des Iraks - an dem militärischen Konflikt beteiligen dürfen, keinesfalls an der Seite des Aggressors USA. Da sie dies nicht getan hat, war sie zur Neutralität verpflichtet und durfte auf ihrem Territorium keine der Konfliktparteien unterstützen.

Verboten war es daher, deutsches Hoheitsgebiet (inklusive des Luftraums) für Truppen- und Versorgungstransporte jeder Art in Anspruch zu nehmen. Auch die auf deutschem Boden befindliche Kommunikations- und Führungsinfrastruktur durfte durch die kriegführenden Streitkräfte in keiner Weise genutzt werden. Die Bundesrepublik Deutschland wäre verpflichtet gewesen, aktiv gegen jede Neutralitätsverletzung tätig zu werden - notfalls mit Gewalt.

Die amerikanischen und britischen Streitkräfte, die sich auf deutschem Hoheitsgebiet befanden, wären daran zu hindern gewesen, an den Kampfhandlungen im Irak teilzunehmen - nach Beginn des Krieges wäre ihre Internierung unumgänglich gewesen. Mehr noch: Soldaten der USA und ihrer Verbündeten, die im Irak aktiv an Kampfhandlungen beteiligt waren, hätte man bei ihrer Rückkehr nach Deutschland in Haft nehmen müssen. .."

chapu



Ablenkungsmanöver
01.10.07 [16.10]
Burma wird jetzt nur so hoch gehängt, weil das eine wunderbare Möglichkeit für die Hofberichterstatter und Volksverräter (aka Volksvertreter) darstellt die Chinesen als die Bösen darzustellen, und das wie gesagt mit einer Million Leichen in den Keller (um nicht die andere Million zu erwähnen, die als Folge der illegalen Sanktionen und der Bombardierungen in den sog. "No-Fly" Zonen in Irak vor der Invasion/Angriffskrieg gestorben sind.

Lieber auf die Verbrechen der anderen schauen, statt auf die eigenen. Sehr lobenswert

chapu


Support Just Foreign Policy
01.10.07 [16.14]
More than 1,000,000 Iraqis murdered since 2003 invasion
by ORB
September 16, 2007
http://www.zmag.org/content/showarticle.cfm?ItemID=13794

http://www.justforeignpolicy.org/iraq/iraqdeaths.html

chapu


noch ein Banner-Vorschlag
01.10.07 [16.20]
Europe free from nuclear weapons
http://www.europeforpeace.eu/index.php?country=de

chapu


und noch ein...
01.10.07 [16.41]
Make Trade Fair
http://www.oxfam.de/a_321x_trade.asp?id=29

chapu


Re: Ablenkungsmanöver
01.10.07 [19.24]
Völlig richtig. Gegen den Irakkrieg schreibe ich nun seit fünf Jahren. Es gab damals übrigens eine ganz ähnliche Aktion von Journalisten gegen den Irakkrieg. Gebracht hat es gar nichts.

Es gäbe unzählige Dinge zu tun und hunderte Möglichkeiten des Engagements. Wir versuchen eben hier auf Pickings.de einen kleinen Beitrag dazu zu leisten.

Wer welche Interessen in Maynmar hat; ich gebe zu, ich wei� es nicht. Natürlich ist das ein gefundenes Fressen für die hiesigen Politiker, von den eigenen Problemen abzulenken. Trotz allem finde ich die Aktion von Robert Basic beeindruckend. Ich wollte sein persönliches Engagement einfach würdigen. Gerade bei ihm als Blogger fällt mir das irgendwie viel leichter, weil ich hier nicht gleich Interessen dahinter vermute, die der Sache widersprechen.

Solche Interessen aufzudecken, Trittbrettfahrer usw., immer her mit den Analysen.

Und auch immer an die 30.000 Menschen denken, die pro Tag auf Grund von Unterernährung und fehlender medizinischer Versorgung sterben.

Es gibt viel zu tun. Oder sollte ich vielleicht doch lieber an Seymour M. Hersh angelehnt empfehlen, Ferienwohnungen im Südpazifik zu kaufen oder in �laktien und Goldbarren zu investieren?

RJ


Spiegel halten ist jetzt umso wichtiger
02.10.07 [08.22]
man ist für die Folgen des eigenen Handelns (einschlie�lich nicht Handelns) verantwortlich, das kann man beeinflussen (no-bases, make-trade-fair).

Man ist nicht verantwortlich für die Folgen der Aktionen jemanden anders. Es ist sicher wichtig daran aufmerksam zu machen, aber mit welche moralische Autorität kann ich jemanden vorwerfen, repressiv zu sein und Mönche zu ermorden mit wie gesagt mehr als eine Million mitverschuldeten Leichen in den Keller?

Die Sache mit der Armutbekämpfung habe ich z.T. mit der make-trade-fair aktion angesprochen. Denn Subventionen sind einer der Hauptgründe für Armut in der "Dritten Welt" (s. bzw. höre: http://www.zmag.org/audio/chomglob.ram)

Sicher leistet Ihr einen Beitrag, aber während die "zivilisierte" Welt nach Burma schaut und empört ist umso wichtiger -finde ich- ist zu sagen: schaut Euch in den Spiegel an! Unsere Hände sind noch blutiger.

chapu

PS: und nein bitte keine Ferienwohnung im Südpazifik, Olaktien und Goldbarren kaufen ; )


Re: Spiegel halten ist jetzt umso wichtiger
02.10.07 [11.01]
Ich wäre der erste, der hier in der Presseschau einen solchen Artikel empfehlen würde. Ich halte die Augen danach auch schon ganz weit offen.

Wir sind uns bei der Kritik der Burma-Aktion ja insoweit einig, dass es andere, wichtige Dinge gibt, von denen jetzt wieder schön abgelenkt wird und dass es gerade in solchen Momenten wichtig ist, eben diese unbeleuchteten Dinge nach vorn zu zerren.

Und trotzdem nehme ich die Aktion von Robert Basic in Schutz. Wenn sich ein Blogger nun eben in ein Thema hineinsteigert und versucht alle Hebel in Bewegung zu setzen, dann unterstütze ich das gern (bei aller Kritik und Hoffnungslosigkeit). Und sehr viel ist das ja nun auch nicht gerade, ein Banner einzublenden.

Ganz anders würde ich freilich reagieren, wenn Angela Merkel um Bannereinblendungen bäte. Da sind wir uns doch bestimmt auch einig.

RJ


Europe free from nuclear weapons AND military bases
02.10.07 [12.33]
ob Du es willst oder nicht, trägst Du durch den prominent platzierten Banner zur Ablenkung bei.

Wieseo nicht lieber den Banner "Europe free from nuclear weapons" (http://www.europeforpeace.eu/index.php?country=de) einblenden? Nur weil er nicht von einem einzigen Blogger gemacht wird? Verstehe ich Dich richtig?

Wenn noch ein Krieg gestartet wird, von wo aus glaubst Du wird er logistisch unterstützt werden?? Zum grö�ten Teil von den militärischen Stützpunkten in Europa. Man braucht nicht das letzte Buch von Chalmers Johnson gelesen zu haben um das zu begreifen. Chossudovsky hat vor kurzem wieder was darüber geschrieben: http://www.globalresearch.ca/index.php?context=va&aid=6918

Wir müssen aufhören Kriege zu unterstützen, da sind wir uns auch einig, oder?

chapu



Re: Europe free from nuclear weapons AND military bases
02.10.07 [13.07]
Ja, Du verstehst mich richtig. Ich blende das Burma-Banner tatsächlich nur ein, weil es von einem Blogger ist. Warum und welches Unbehagen dabei auch bei mir vorhanden ist, habe ich ja weiter oben schon geschrieben. Und womöglich trage ich damit tatsächlich zur Ablenkung bei.

Normalerweise gibt es auf Pickings keine Banner oder Bilder überhaupt. Eben, weil sowas vom Text ablenkt. Ich hätte überhaupt kein Problem, andere Banner einzublenden. Ein Banner für ein atomwaffenfreies Europa stünde dabei ganz weit oben.

Egal, das Burma-Banner bleibt jetzt noch zwei Tage. Dann bleibt es dort wahrscheinlich wieder wei�. - Oder wir suchen mal 5, 10, 20, 30, ... Projekte/Banner zusammen, die da in Rotation erscheinen können. Mal sehen.

RJ


Zu: Engagement für die volle Meinungsfreiheit vom 01.10.
03.10.07 [13.07]
Hallo, "nationale Aktivisten"? Was du meinst - und wozu du selbst zu gehören scheinst - sind Neonazis und Faschisten. Dazu passt auch der Ton des restlichen Inhaltes und die Art und Weise, in der du dich "echauffierst". Es ist erbärmlich und widerlich, da� es keinen Hintergrund zu geben scheint, auf dem ihr eure schleichende und vergiftende Propaganda nicht anzubringen versucht. Was solche Beiträge hier verloren haben, wei� ich nicht, da da� nichts mit meinungsfreiheit oder Burma zu tun hat. Wer sich auch nur ein wenig mit rechten Argumentationsstrategien beschäftigt, dem mu� dieser Eintrag in den Augen brennen. Während anderswo in der Welt, nicht nur in Burma, Menschen barfu� und mit nackten Händen für ihr Auskommen kämpfen, soll hier das "Mitleid" auf die armen Volksverhetzer im Braunhemd gelenkt werden. Das ist sowas von erbärmlich und armselig und kann nur noch blanke Menschenverachtung genannt werden.

In diesem (doppelten) Sinne: Kämpft weiter, tapfere Mönche, Unterdrückte, überall auf der Welt, gegen Diktatur, Repression und Extremismus!

Nazi-Argumentation raus hier!


Naziargumentation im ersten Kommentar ganz oben
03.10.07 [13.28]
Danke für die deutlichen Worte. Da bin ich wohl tatsächlich einer Nazi-Argumentation aufgesessen, ohne es zu merken. Dabei stand dort deutlich: "Es werden bei uns nationale Aktivisten wegen Volksverhetzung ( §130 STGB) zu zum Teil mehrjährigen Haftstrafen verurteilt."

Ich habe mich da irgendwie von der vollen Meinungsfreiheit ablenken lassen. Dabei hat, wer zu "Ha� gegen Teile der Bevölkerung aufstachelt oder zu Gewalt- oder Willkürma�nahmen gegen sie auffordert oder die Menschenwürde anderer dadurch angreift, da� er Teile der Bevölkerung beschimpft, böswillig verächtlich macht oder verleumdet", wovon $130 StGB handelt, rein gar nichts mit Meinungsfreiheit zu tun.

Ich habe den Gro�teil des Kommentars gelöscht.

RJ


Karl Popper über Toleranz
03.10.07 [17.47]
ich danke auch für den Beitrag und nehme die Gelegenheit wahr Karl Popper zu zitieren:

"...Karl Popper über Toleranz

Flaschenpost aus dem Jahre 1944.

Weniger bekannt ist das Paradox der Toleranz: Uneingeschränkte Toleranz führt mit Notwendigkeit zum Verschwinden der Toleranz. Denn wenn wir die unbeschränkte Toleranz sogar auf die Intoleranten ausdehnen, wenn wir nicht bereit sind, eine tolerante Gesellschaftsordnung gegen die Angriffe der Intoleranz zu verteidigen, dann werden die Toleranten vernichtet werden und die Toleranz mit ihnen.

Damit wünsche ich nicht zu sagen, dass wir z. B. intolerante Philosophien auf jeden Fall gewaltsam unterdrücken sollten; solange wir ihnen durch rationale Argumente beikommen können und solange wir sie durch die öffentliche Meinung in Schranken halten können, wäre ihre Unterdrückung sicher höchst unvernünftig. Aber wir sollten für uns das Recht in Anspruch nehmen, sie, wenn nötig, mit Gewalt zu unterdrücken; denn es kann sich leicht herausstellen, dass ihre Vertreter nicht bereit sind, mit uns auf der Ebene rationaler Diskussion zusammenzutreffen, und beginnen, das Argumentieren als solches zu verwerfen; sie können ihren Anhängern verbieten, auf rationale Argumente - die sie ein Täuschungsmanöver nennen - zu hören, und sie werden ihnen vielleicht den Rat geben, Argumente mit Fäusten und Pistolen zu beantworten.

Wir sollten daher im Namen der Toleranz das Recht für uns in Anspruch nehmen, die Unduldsamen nicht zu dulden. Wir sollten geltend machen, dass sich jede Bewegung, die Intoleranz predigt, au�erhalb des Gesetzes stellt, und wir sollten eine Aufforderung zur Intoleranz und Verfolgung als ebenso verbrecherisch behandeln wie eine Aufforderung zum Mord, zum Raub oder zur Wiedereinführung des Sklavenhandels.

Aus: Die offene Gesellschaft und ihre Feinde. Mohr Siebeck, Tübingen. Zwei Bände..."

chapu




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