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Negawodry

Weblog von Robert John.
Mittwoch, 27. April 2005

Elektronische Fu�fessel für Langzeitarbeitslose

Auf der Cebit hat am 10. März 2005 der Hessische Justizminister Christean Wagner über die Erfolge der Fu�fessel informiert, die in Hessen bei Straftätern seit fünf Jahren zum Einsatz kommt und sich dabei bewährt habe.

In Hessen begann im Jahr 2000 ein Modellprojekt zum Einsatz der Fu�fessel. Bei Straftätern, die auf Bewährung auf freiem Fu� stehen, könne die engmaschige �berwachung dieser Menschen dazu beitragen, zukünftige Straffälligkeiten zu vermeiden und die Resozialisierung zu fördern, "da mit ihr eine regelmä�ige, straffreie und sinnvolle Lebensführung trainiert werden könne", hei�t es in der Pressemitteilung (PDF-Dokument, 179 KB. Update: Da die Pressemitteilung gelöscht wurde, hier eine Kopie).

Christean Wagner hat aufgrund dieser Erfolge eine ganz neue Idee vorgetragen. Die elektronische Fu�fessel könnte auch Langzeitarbeitslosen oder Suchtkranken helfen, einen geregelten Tagesablauf einzuhalten, um so wieder eine Arbeit zu finden.

"Mit Hilfe der Technik wird dem Verurteilten jeden Tag wieder neu klar gemacht, dass er sich an bestimmte Vorgaben zu halten hat. Bei einem Versto� riskiert er den Bewährungswiderruf und muss die verhängte Strafe verbü�en. Die elektronische Fu�fessel setzt bei den Straftätern Motivationen und Kräfte frei, die mit herkömmlichen Mitteln der Bewährungshilfe nicht erreicht werden können. Die Fu�fesselträger werden zu einer für ihre Verhältnisse hohen Selbstdisziplin und zur Erfüllung des ihnen vorgegebenen Wochenplans angehalten. Die elektronische Fu�fessel bietet damit auch Langzeitarbeitslosen und therapierten Suchtkranken die Chance, zu einem geregelten Tagesablauf zurückzukehren und in ein Arbeitsverhältnis vermittelt zu werden. Viele Probanden haben es verlernt, nach der Uhr zu leben, und gefährden damit gerade auch ihren Arbeitsplatz oder ihre Ausbildungsstelle. Durch die �berwachung mit der elektronischen Fu�fessel kann eine wichtige Hilfe zur Selbsthilfe geleistet werden."

(via Attac-Mailingliste, Soziale Bewegung, PDF-Dokument)

Permalink | 5 Kommentare



Wagner falsch verstanden
27.04.05 [23.13]
Der Pressesprecher des Hessischen Justizministeriums, Stefan Fuhrmann, erklärte nun, dass Wagner sich unglücklich ausgedrückt habe. Es sei falsch, dass er den Einsatz der Fu�fessel für Langzeitarbeitslose fordere.

In der Pressemitteilung sei es ausschlie�lich um den Einsatz der elektronischen Fu�fessel bei Straftätern gegangen. Wagner soll sich lediglich auf "zu einer Bewährungsstrafe verurteilten Langzeitarbeitslosen und therapierten Suchtkranken" bezogen haben, bei denen die Fu�fessel die Chance biete, Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten (vgl. hr-online).

Einen Kommentar erspare ich mir.

RJ


Heil Hinkel
28.04.05 [15.41]
Menschenunwürdiges Verhalten und Denken...Diese Menschen,mit solch einem faschistischen Gedankengut sollten eine Fu�fessel angelegt bekommen!!!


Pressemitteilung entfernt
28.04.05 [21.26]
Die Pressemitteilung wurde mittlerweile vom Hessischen Justizministerium gelöscht.

RJ


Re:Pressemitteilung entfernt
28.04.05 [22.05]
das Original-Dokument gibt's immer noch hier:
http://www.justiz.hessen.de/C1256BA6002C3380/vwContentByKey/6CFBE9EDA33E165CC1256FC5003E99EE/$File/CeBIT%20EFF%202005.pdf

Von zur Bewährung berurteilten Langzeitarbeitslosen ist nirgendwo die Rede !

Ihre Feindschaft gegenüber Langzeitarbeitslosen hat die CDU hinreichend bei Hartz IV dokumentiert. Ohne diese Geisteshaltung macht das Gesetzesmachwerk auch keinen Sinn.

DR


Re: Pressemitteilung entfernt
28.04.05 [22.18]
Das Original gibt es nicht mehr. Eine Kopie gibt es aber hier:
http://www.pickings.de/negawodry/CeBIT_EFF_2005.pdf

RJ





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