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Logo "Kampf der kulturellen Ideologien"

Eintrag von Robert John, 24. Februar 2006

Isolde Charim greift in der taz Gedanken von Thomas Assheuer auf, der sich vor zwei Wochen in der Zeit noch einmal mit Samuel P. Huntingtons These des Kampfes der Kulturen beschäftigte. Huntington scheint mittlerweile verstanden zu haben, schrieb Assheuer, "dass Religion oft nur eine Maske ist, mit deren Hilfe brutale Anerkennungs- und Verteilungskonflikte getarnt werden." Die schlimmste Wendung erhalte der Konflikt aber, da sind sich Huntington und Assheuer einig, mit der Kulturalisierung.

Ebenso sieht das Isolde Charim. Sie macht dabei aber sehr deutlich, dass Religion in dieser Auseinandersetzung längst keine Maske mehr ist, "mit deren Hilfe brutale Anerkennungs- und Verteilungskonflikte getarnt werden", wie Thomas Assheuer glaubt. "Selbstverständlich gibt es reale Konflikte um Teilhabe und Macht", schreibt Charim, "aber trotz ihrer bedrängenden Realität werden sie nicht in sozialen oder ökonomischen Auseinandersetzungen ausgetragen: Das Feld, auf dem sie inszeniert und 'ausgefochten' werden, ist die Religion oder die Kultur. Das ist nicht nur etwas anderes als eine Maske, es ist deren Gegenteil."

Damit müsse, so Charim, der "Kampf der Kulturen" als ein "Kampf der kulturellen Ideologien" verstanden werden. "Der Charakter der Auseinandersetzung hat sich längst von einer säkularen, ökonomisch-sozialen auf eine religiöse, fundamentalistische Ebene verlagert. (...) Wir haben es nicht mit einer irrationalen Maskierung von rationalen Problemen zu tun - die Auseinandersetzung selbst hat sich vielmehr irrationalisiert."

Das bedeutet nun, dass mit einem "Dialog" der Kulturen nichts mehr auszurichten ist. Der Westen sehe sich deshalb genötigt, "seine Ordnung wie eine Glaubenswahrheit zu verteidigen. Kurz - der Islamismus zwingt den 'Westen' in die Irrationalität eines Glaubenskampfes. Dieses totalitäre Spiel kann man nicht gewinnen. Man kann sich ihm nur verweigern."

Isolde Charim: Islam und Westen als Ideologie
Tageszeitung, 24. Februar 2006

Thomas Assheuer: Eine sehr gefährliche Falle
Die Zeit, 9. Februar 2006, Nr. 7

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