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Deutsche Piraten jagen afrikanische Einwanderer
Eintrag von Robert John, 21. Oktober 2008
Die Piraterie vor dem Horn von Afrika diene oft als Argument, um militärische Auslandseinsätze der EU zu rechtfertigen. Aber dass die EU selbst Piraterie betreibe, wenn es darum gehe, Flüchtlinge im Mittelmeer zu bekämpfen, bekomme man seltener zu lesen, schreibt Anton Tantner auf
Adresscomptoir (20.10.2008).
"Im Blick auf die Ideale der europäischen Zivilisation sind vor allem jene Einsätze erwähnenswert, bei denen Frontex-Schiffe Flüchtlingsboote stoppen und den Insassen von ihrem Benzin und ihren Lebensmitteln so viel wegnehmen, also stehlen, daß der verbleibende Vorrat nur noch für die Rückfahrt an die afrikanische Küste reicht" (Ralf Schröder: Todeszone.eu.
Konkret, Nr. 10, 2008, nicht online).
Gerade Deutschland praktiziere bei der Zusammenarbeit mit der europäischen Grenzschutzagentur
Frontex (Wikipedia) die harte Linie, sagt Saverio Manozzi, Haupteinsatzleiter der italienischen Militärpolizei Guardia di Finanza in Rom, dem
SWR (Roman Herzog:
Krieg im Mittelmeer. SWR 2, 26. Juni 2008, 20.03 Uhr,
Skript).
Im Mittelmeer und im Atlantik bestünde die Strategie zur Abwehr illegaler Einwanderung nach Europa darin, auch schon in internationalen Gewässern "an Bord der Schiffe zu gehen und die Lebensmittel und den Treibstoff von Bord zu entnehmen, so dass die Immigranten dann entweder unter diesen Bedingungen weiterfahren können oder aber lieber umkehren", so Manozzi.