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Presseschau

Hier finden Sie täglich eine kleine Anzahl beachtenswerter Artikel, in der Hoffnung, dass unsere Textempfehlungen etwas zur Steigerung der Empfindungsfähigkeit der Menschen untereinander beitragen.

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Eintrag von Robert John, 28. September 2007

Was ist eine Demokratie wert, in der es keinen Meinungsaustausch gibt? Die US-Regierung unter George W. Bush agiere auch innerhalb des Landes nach der Parole "Wer nicht mit uns ist, ist gegen uns", so Seymour M. Hersh in seiner Dankrede für den diesjährigen "Blätter"-Demokratiepreis 2007 der Zeitschrift Blätter für deutsche und internationale Politik. Hersh, der seit 40 Jahren die gro�en Skandale aufdeckt (von My Lai in Vietnam bis Abu Ghuraib im Irak), stellt ernüchternd fest, dass er noch nie weniger Einfluss auf die US-Regierung hatte als heute. George Bush und Dick Cheney könnten lügen, Tatsachen verfälschen, verzerren, manipulieren und seien "schlichtweg immun gegen das, was ich oder was viele ausgezeichnete Kollegen weltweit in den Zeitungen schreiben."

Seymour M. Hersh: Die Brüchigkeit der Demokratie
Dankrede für den "Blätter"-Demokratiepreis 2007
Blätter für deutsche und internationale Politik, 26. September 2007

Permalink | 6 Kommentare



Die Bildzeitung für Abiturienten spricht mit S. Hersh
28.09.07 [13.29]
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,508353,00.html


... der Tagesspiegel auch
28.09.07 [13.59]
Der Tagesspiegel hat ebenfalls ein Interview mit Hersh.

RJ


Naomi Klein bei der Bilzeitung für Abiturienten
28.09.07 [22.56]
was ist mit dem Spiegel los? jetzt wurde sogar N. Klein interviewt

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,508421,00.html

ist das eine Art "Greenwashing"? Verlieren die zuviele Leser und kriegen langsam Angst?


Re: Naomi Klein
29.09.07 [10.01]
Bei Spiegel Online ist man sich nach dem Hersh-Vortrag jetzt vielleicht besonders sicher, dass auch mal kritische Texte gebracht werden können. Es ändert sich ja doch nichts.

Au�erdem wurde das neue Buch von Naomi Klein in den letzten Tagen in sehr vielen Medien thematisiert. Da will der Spiegel eben auch mitmischen. Hinzu kommt, dass Kleins These völlig einleuchtend ist und man in Zukunft Naomi Klein nicht mehr nur mit "No Logo" sondern auch mit der "Schock-Doktrin" in Verbindungen bringen wird (und da ist es immer gut, auf ein eigenes Interview verlinken zu können).

Dass sich im Chaos nach einem Schock bzw. einer Katastrophe der Stärkste durchsetzt wirkt ja wie ein Naturgesetz. Wenn der Staat als Institution im Chaos (Naturzustand) au�er Kraft gesetzt ist, funktioniert der Ausgleich zwischen stark und schwach, arm und reich nicht mehr. Der Staat (Gesellschaftsvertrag) soll ja gerade das Chaos (Naturzustand) beenden.

Deshalb bieten die chaotischen Momente nach einer Katastrophe für die Starken eine gro�e Chance, eine bestimmte (derzeit eine neoliberale) Politik durchzusetzen, wie Naomi Klein in ihrem Buch anhand vieler Beispiele darlegt.

RJ


taz nicht unterschlagen
29.09.07 [17.33]
Um nicht die taz zu unterschlagen. Hier hat Eric Chauvistré mit Seymour Hersh in Berlin bei der Preisverleihung gesprochen.

Und im Neuen Deutschland findet sich auch noch ein Interview.

RJ


Kritik an Fragen an Naomi Klein
03.10.07 [10.23]
Soviel dazu, dass im Spiegel auch mal kritische Stimmen zu Wort kommen. Es gibt ja immer noch die Fragensteller, die die "richtigen" Inhalte transportieren, wenn der Interviewpartner das nicht tut.

Eine Kritik an Gabor Steingart und Frank Hornig, die Naomi Klein befragt haben, von Wolfgang Lieb auf den NachDenkSeiten.

RJ




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