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Qualitätsjournalismus vorgetäuscht
Eintrag von Robert John, 25. April 2007
Steffen Range und Roland Schweins zeigen in einer Studie für die Friedrich-Ebert-Stiftung, dass es im Internet so gut wie keinen Qualitätsjournalismus gibt. Die Selbstverpflichtung aus dem Pressekodex, etwa redaktionellen Text und Werbung klar zu trennen, werde im Netz kaum befolgt. Für die gro�en Nachrichtenseiten wie
Spiegel Online seien Unterhaltungsportale wie von
T-Online ernsthafte Konkurrenten, die deutlich mehr Besucher aufweisen und "weitgehend darauf verzichten, seriösen Informationsjournalismus
vorzutäuschen (Hervorhebung von mir)." (S. 45)
"Gemessen an den strengen Kriterien an Qualitäts-Journalismus, die Verleger und Chefredakteure selber aufgestellt haben, versagen die meisten ihrer Nachrichten-Sites. Kennzeichen des tatsächlich vorherrschenden Nachrichten-Journalismus sind Zweitverwertung, Agenturhörigkeit, Holzschnittartigkeit, Eindimensionalität und Einfallslosigkeit. Gegen das Trennungsgebot von Werbung und redaktioneller Berichterstattung wird systematisch verstoÃ?en. Weder bestimmen Wichtigkeit und Relevanz allein die Nachrichtenauswahl der Websites, noch steht Originalität im Zentrum. Sie machen fast alles, was die groÃ?en Unterhaltungsportale auch machen â?? nur eben etwas schlechter, aufgrund von Geldknappheit und horrenden Kosten für die Aufrechterhaltung der Redaktionen." (S. 79)
Steffen Range und Roland Schweins: Klicks, Quoten, Reizwörter. Nachrichten-Sites im Internet. Wie das Web den Journalismus verändert
Friedrich-Ebert-Stiftung (PDF-Dokument, 120 S., 2,3 MB), Berlin 2007
Nachtrag: Steffen Range und Roland Schweins betreiben zum Thema das Weblog
Werkkanon.